«Kinderfreundliche Gemeinde»

In einer Umfrage im Jahr 2010 attestierten die Einwohner der Kantonshauptstadt Frauenfeld, sie sei «familienfreundlich». Als erste Thurgauer Gemeinde hat Frauenfeld am 25. April 2012 die UNICEF-Auszeichnung «Kinderfreundliche Gemeinde» erhalten.

12_05_Unicef.jpgucf. «Der Stadtrat fühlt sich durch die Auszeichnung <Kinderfreundliche Gemeinde> in seinem Engagement zugunsten der Kinder bestätigt - aber auch verpflichtet, die eingeschlagene Kinder-, Jugend- und Familienpolitik zum Wohl heutiger und künftiger Generationen konsequent weiterzuführen», erklärt Frau Vizeammann Christa Thorner, Vorsteherin der Verwaltungsabteilung Soziales von Frauenfeld und betont: «Die Auszeichnung motiviert uns, mit Kindern eine zukunftsfähige Gemeinde zu gestalten, in der auch die Stimmberechtigten von morgen bereits heute ernst genommen werden.»

Kinder und Jugendliche werden ernst genommen

«Unseres Erachtens verfügt Frauenfeld über eine hohe Sensibilität in Bezug auf die Kinderfreundlichkeit», erklärt UNICEF-Geschäftsleiterin Elsbeth Müller den positiven Entscheid der Jury. «Die Ansichten, Bedürfnisse und Meinungen von Kindern und Jugendlichen werden hier ernst genommen.» Es sei insbesondere verdienstvoll, dass der Stadtrat an eine Vertretung der Jugendlichen gedacht habe und ihnen damit eine Stimme gebe. Mit je einem Sitz sind sie heute schon in den Fachkommissionen für Jugendfragen, für Kulturförderung, für den Stadtbusbetrieb und für öffentliche Sicherheit und Sport vertreten.

Verbindlich festgeschrieben

Bereits im «Realisierungsprogramm Stadtentwicklung von 2004» und insbesondere im «Leitbild der Stadt 2011» werden Kinder- und Jugendfreundlichkeit mit vertiefenden Leitzielen verbindlich festgeschrieben. Aus der Auswertung der Standortbestimmung und der Kinderworkshops durch UNICEF Schweiz entstand ein Massnahmenplan, der vom Stadtrat im September 2011 gutgeheissen und zur Umsetzung freigegeben wurde. Konkret sollen etwa die Anliegen von Kindern stärker berücksichtigt und ihre Mitbestimmung gefördert werden. Ihrer Gesundheit, der beruflichen und sozialen Integration soll ein besonderer Stellenwert beigemessen werden.

Prozesse anregen und fördern

Mit der Auszeichnung «Kinderfreundliche Gemeinde» werden gezielt Prozesse angeregt und gefördert, die zur Steigerung der Kinderfreundlichkeit auf kommunaler Ebene führen. Kinderfreundlichkeit zeigt sich laut UNICEF Schweiz darin, wie die Kinderrechte im unmittelbaren Lebensumfeld der Kinder umgesetzt und verankert werden. Der Zertifizierungsprozess erlaubt den Gemeinden eine umfassende Standortbestimmung in den Bereichen Verwaltung und Politik, Schule, familienergänzende Betreuung, Kinder- und Jugendschutz, Gesundheit, Freizeit und Wohnumfeld. Die altersgerechte Information der Kinder, der Einbezug ihrer Sicht in Planungs- und Entscheidungsprozesse und ihre Mitgestaltungsmöglichkeiten werden ebenfalls untersucht und bewertet.

Dokumentarfilm "Die familienfreundliche Stadt Frauenfeld macht Karriere"

Dokumente

Bericht Schüler Workshops  [PDF, 601 KB] 

Massnahmenplan und Handlungsfelder  [PDF, 1.00 MB]

Informationen über die UNICEF-Initiative «Kinderfreundliche Gemeinde» gibts unter www.kinderfreundlichegemeinde.ch