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Wohnlich: Lebensqualität im Herzen der Stadt.

Blauer Bus im grünen Frauenfeld

Auf der Linie 5, Bahnhof bis Im Alexander, verkehrt ab morgen Freitag, 17. August 2018, bis am Dienstag, 4. September 2018, ein blau lackierter Bus. Dabei handelt es sich um einen Elektrobus, der derzeit in Frauenfeld getestet wird.

Seit 2014 trägt Frauenfeld das Energiestadt Label „GOLD“. Damit hat sich die Stadt der proaktiven Bearbeitung von Energiethemen verpflichtet. Ziel ist es, mittels konkreter Projekte die Energieeffizienz zu steigern, den Verbrauch von nicht erneuerbarer Energie zu senken und alternative Energien zu fördern. Dazu gehört auch das Thema Mobilität und dabei im öffentlichen Verkehr die Frage nach neuen Antriebstechnologien. Deshalb hat sich Stadtbus Frauenfeld entschieden, zusammen mit der transportbeauftragten Unternehmung, PostAuto AG, einen Test mit einem Elektrobus durchzuführen. Dieser Test passt in die Reihe verschiedener Massnahmen, welche die Stadt bisher im Bereich Mobilität durchgeführt hat. So fand beispielsweise im letzten Jahr im Zusammenhang mit der Wave-Trophy, der grössten E-Mobil-Ralley der Welt, ein Mobilitätsmarkt statt. Weiter wurden vor kurzem zwei neue, öffentliche E-Ladestationen auf dem Marktplatz und an der Schlossmühlestrasse in Betrieb genommen.

Alternative für Diesel

„Wir sind sehr interessiert daran, neue Antriebstechnologien für Busse zu testen“, erläutert Stadtrat Urs Müller im Rahmen einer Medienkonferenz, die heute im Busdepot stattfand. Bis 2023 müsse die Hälfte der zwölf Stadtbusse ersetzt werden. Da lohne es sich, bereits heute nach Alternativen für Dieselbusse Ausschau zu halten und diese im Stadtverkehr zu testen. „Danach wissen wir, worauf wir beispielsweise bei der Planung und Infrastruktur eines Busdepots für Elektrobusse achten müssen oder welche Details bei einer Ausschreibung für den Ersatz der Stadtbusflotte wichtig sind“, ergänzt Urs Ambühl, Leiter Stadtbus Frauenfeld.

Erfahrungen in der Stadt

Auch PostAuto als transportbeauftragtes Unternehmen ist sehr an den Ergebnissen des Tests interessiert. „Bisher hat PostAuto Elektrobusse in Saas Fee und Interlaken im Testbetrieb“, weiss Marianne Kunz-Tobler von PostAuto Region Ostschweiz. Mit dem Test in Frauenfeld könne man jetzt zudem erste Erfahrungen in einem städtischen Netz sammeln. Bewährt sich das Fahrzeug auf der Linie 5, werde es im Rahmen des dreiwöchigen Tests allenfalls auch noch auf anderen Stadtbuslinien eingesetzt. Da für den Test ein Billettautomat im Bus nur mit unverhältnismässigem Aufwand hätte installiert werden können, wird für die Fahrt im Elektrobus ausnahmsweise kein Billett benötigt. In den übrigen Bussen ist aber weiterhin ein gültiges Billett notwendig.

Fünf Fahrer geschult

PostAuto hat fünf Fahrer geschult, damit sie mit den Fahreigenschaften des Elektrobusses vertraut werden. Sie mussten auch das Laden der Batterie erlernen. Diese wird innerhalb von zwei Stunden mit einer Spannung von 400 Volt vollständig geladen. Die entsprechende Stromversorgung im Depot wird durch die Werkbetriebe Frauenfeld mit 100 Prozent erneuerbarer Energie sichergestellt.

Wenige Emissionen

„Busse mit reinem Elektroantrieb bestechen vor allem dadurch, dass sie keine schädlichen Abgase und CO2 ausstossen sowie sehr leise sind“, betont Urs Müller. Gerade in Wohnquartieren sei dies gegenüber den herkömmlichen Dieselfahrzeugen ein grosses Plus. Man sei sehr gespannt auf die Ergebnisse des Tests und freue sich darüber, dass der Elektrobus ohne Zusatzkosten zur Verfügung gestellt wird. Beim Testgefährt handelt es sich um einen Elektrobus, der von der Schweizer Firma Hess und dem portugiesischen Hersteller Caetano entwickelt wurde. Er ist 12 Meter lang und verfügt über 35 Sitz- und 43 Stehplätze sowie einem Rollstuhlplatz. Der Bus war vorher bei den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ) im Einsatz und wird nach dem Test in Frauenfeld erneut durch die Stadt Zürich rollen. Bei den vorangehenden Testern schaffte der Bus eine Reichweite von rund 120 Kilometern pro Batterieladung.

Der Testbus mit reinem Elektroantrieb besticht dadurch, dass er keine schädlichen Abgase ausstösst und sehr leise ist.