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Unterstützung für eine zentrumsnahe Stadtentlastung in Frauenfeld

Die im Frühling durchgeführte Vernehmlassung bestätigt: Eine Mehrheit wünscht sich eine zentrumsnahe Stadtentlastung. Die vom Stadtrat vorgeschlagene Variante 20 findet die grösste Unterstützung, allerdings keine Mehrheit. In die vertiefte Prüfung wird nun aufgrund der Vernehmlassung die weiterhin favorisierte Variante 20 inklusiv flankierender Massnahmen geschickt. Dies geschieht in Gegenüberstellung zu rein flankierenden Massnahmen. Voraussichtlich 2021 kann die Bevölkerung an der Urne über den Projektierungs- und Baukredit abstimmen.

Im Frühling 2018 hat die Stadt Frauenfeld die Bevölkerung eingeladen, sich zu den aktuellen Planungen einer seit langem geforderten Entlastungsstrasse für das Frauenfelder Zentrum zu äussern. Zuvor hatten der Kanton und der Stadtrat 23 mögliche Linienführungen für eine zentrumsnahe Stadtentlastung untersucht und sieben davon im Rahmen einer Machbarkeitsprüfung genauer untersucht. Basierend auf den Resultaten dieser Prüfung und auf Rückmeldungen aus Parlament, Parteien und Interessengruppen empfahl der Stadtrat die Variante 20 zuhanden der öffentlichen Vernehmlassung. Diese Variante sieht einen Tunnel unter dem Stadtkern zwischen Marktplatz und Schweizerhof vor.

Vernehmlassung unterstützt die zentrumsnahe Stadtentlastung

460 Stellungnahmen sind bei der Stadt eingegangen – 443 von Privatpersonen und 17 von Parteien und Interessenorganisationen. Mit 59 Prozent unterstützt eine grosse Mehrheit die Umsetzung einer zentrumsnahen Stadtentlastung. Die vorgeschlagene Variante 20 wird als beste Möglichkeit gesehen, erreicht allerdings keine Mehrheit: In 42 Prozent der Stellungnahmen wird sie befürwortet und in 50 Prozent abgelehnt. 67 Prozent derjenigen, die eine zentrumsnahe Stadtentlastung wünschen, sind für die Variante 20. Sie erreicht mit Abstand am meisten Zuspruch und wird von einem überparteilichen Komitee aus bürgerlichen Kreisen unterstützt. Die anderen sechs geprüften Entlastungsrouten erreichten nur geringe Unterstützung. Mit 15 Prozent Zustimmung erhalten flankierende Massnahmen und Tempo 30 ohne Strassenneubau die zweitgrösste Unterstützung.

Regierungsrätin Carmen Haag zum Resultat: «Die Vernehmlassung bestätigt das gemeinsame Vorhaben von Stadt und Kanton: Frauenfeld will eine Lösung zur Reduktion des Verkehrs in der Innenstadt. Und die empfohlene Variante 20 ist dafür für viele eine geeignete Linienführung.» Für Stadtpräsident Anders Stokholm ist verständlich, dass weiterhin Unsicherheit spürbar ist: «Viele stellen sich jetzt die Frage, was eine zentrumsnahe Stadtentlastung ganz konkret bewirken würde.»

Variante 20 wird favorisiert

Basierend auf den Resultaten der Vernehmlassung und Rückmeldungen aus dem Parlament haben Stadtrat und Kanton gemeinsam entschieden, die Variante 20 in Gegenüberstellung zu rein flankierenden Massnahmen (z.B. Temporeduktionen) vertieft zu prüfen. Dabei soll aufgezeigt werden, wie die Variante 20 konkret aussehen würde, wo die Tunnelportale zu liegen kämen und wie der Verkehr konkret geführt würde. Weiter ist zu untersuchen, wie die Aufwertung der Strassenräume unter dem dann geltenden Verkehrsregime erfolgen kann und wie der öffentliche wie auch der Langsamverkehr profitieren können. Nicht zuletzt gilt es hochzurechnen, wie sich die Variante 20 auf das Verkehrsaufkommen im Zentrum und in den angrenzenden Quartieren auswirken wird. In der Vernehmlassung wurde von 21 Prozent der Teilnehmenden die Befürchtung geäussert, dass eine Entlastungsstrasse die Verkehrsbelastung in andere Stadtteile verlagern könnte. Die anstehende Weiterbearbeitung soll auch hierzu eine Prognose ermöglichen.

Volksentscheid voraussichtlich 2021

Bis 2020 soll die vertiefte Prüfung abgeschlossen sein. Voraussichtlich im Jahr 2021 wird die Bevölkerung entscheiden: Dann soll an der Urne der Entscheid in Form einer Bewilligung des entsprechenden Projektierungs- und Baukredits fallen. Parallel dazu wird auch der Kanton die notwendigen Schritte vorsehen.

Weiträumige Stadtentlastung verbleibt im Richtplan

Unabhängig von den aktuellen Planungen für eine zentrumsnahe Stadtentlastung verbleibt eine weiträumige Entlastungslösung im kommunalen Richtplan. Sie würde rund 250 Millionen Franken kosten und im Rahmen des Agglomerationsprogramms des Bundes realisiert werden. Allerdings misst der Bund dem Vorhaben aufgrund der Kosten keine Priorität bei. Bis zu einer allfälligen Realisierung würden viele Jahre verstreichen. Auch mit einer zentrumsnahen Entlastung ist es sinnvoll, die weiträumige Lösung weiterzuverfolgen.

Resultate der öffentlichen Vernehmlassung