Budget 2027 der Stadtverwaltung, des Alterszentrums Park und von Thurplus
Budget 2027: Solides Ergebnis trotz wachsender Herausforderungen
Der Stadtrat von Frauenfeld legt für das Jahr 2027 ein Budget vor, das trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen mit einem Ertragsüberschuss von rund 0.94 Mio. Franken abschliesst. Damit gelingt es der Stadt erneut, ein positives Ergebnis zu erzielen, obwohl die finanziellen Belastungen durch Investitionen, Abschreibungen und verschiedene externe Entwicklungen weiter zunehmen. Der Steuerfuss soll unverändert bei 62 Prozent bleiben
Die Steuererträge entwickeln sich weiterhin erfreulich. Für das Jahr 2027 werden Fiskalerträge von rund 54.8 Mio. Franken erwartet. Gegenüber dem Budget 2026 entspricht dies einer deutlichen Verbesserung und bestätigt die positive Entwicklung der vergangenen Jahre. Das in der Finanzstrategie festgelegte Ziel von 55 Mio. Franken wird damit ohne Steuerfussanpassung beinahe erreicht.
Das Budget 2027 sieht einen Ertragsüberschuss von rund 940'000 Franken vor. Trotz des tieferen Ergebnisses gegenüber dem Budget 2026 kann die Stadt damit weiterhin einen positiven Rechnungsabschluss präsentieren. Besonders hervorzuheben ist, dass die erwarteten Aufwertungsgewinne bei den Finanzliegenschaften im Vergleich zu den Vorjahren deutlich geringer ausfallen. Das gute Ergebnis basiert daher stärker auf der operativen Entwicklung der Stadtfinanzen als auf einmaligen Bewertungseffekten.
Investitionen stärken die Entwicklung der Stadt
Für das Jahr 2027 plant die Stadt Nettoinvestitionen von 11.3 Mio. Franken. Damit wird die Investitionslimite der geltenden Finanzstrategie weiterhin eingehalten. Der Schwerpunkt der Investitionen liegt im Departement für Bau und Verkehr. Geplant sind Projekte in den Bereichen Stadtplanung, Verkehrsinfrastruktur, Hochbau, Abwasserentsorgung sowie der Entwicklung städtischer Liegenschaften.
Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Weiterentwicklung der Stadtkaserne, verschiedenen Strassen- und Entwässerungsprojekten sowie der Vorbereitung neuer Wohn- und Stadtentwicklungsprojekte. Gleichzeitig werden Investitionen in die Digitalisierung und die Modernisierung der Verwaltungsprozesse vorangetrieben, um den Service für Bevölkerung, Unternehmen und Organisationen weiter zu verbessern.
Finanzstrategie setzt Leitplanken
Die Finanzstrategie des Stadtrats zeigt weiterhin Wirkung. Die Vorgaben bezüglich Investitionsvolumen, Steuererträge, Bilanzüberschuss und Verschuldung können auch im Budget 2027 eingehalten werden. Der Stadtrat hält bewusst an einem Investitionsvolumen fest, dass die Weiterentwicklung der Stadt ermöglicht, obwohl dies kurzfristig zu einer höheren Verschuldung führt.
Gleichzeitig zeigt das Budget auf, dass die Stadt vor längerfristigen Herausforderungen steht. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt 63.8 Prozent und liegt damit unter dem Zielwert von mindestens 80 Prozent. Zudem steigen die Abschreibungen auf über 6 Mio. Franken, was eine direkte Folge der hohen Investitionstätigkeit der vergangenen Jahre ist.
Aus diesen Gründen arbeitet der Stadtrat bereits an einer neuen Finanzstrategie. Diese soll Rahmenbedingungen schaffen, damit notwendige Investitionen auch künftig finanziert und priorisiert werden können, ohne die finanzielle Stabilität der Stadt zu gefährden.
Gezielte Verstärkung bei wichtigen Dienstleistungen
Um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, sind verschiedene Stellenplananpassungen vorgesehen. Insgesamt wird der Stellenplan um 710 Stellenprozente erweitert. Zusätzliche Ressourcen werden insbesondere in der Stadtkanzlei, bei den Freizeit- und Sportanlagen sowie im Sozialbereich geschaffen.
Mit der Einführung einer eigenen Sozialpädagogischen Familienbegleitung verfolgt die Stadt das Ziel, externe Dienstleistungen künftig teilweise selbst zu erbringen und damit langfristig Kosten zu senken sowie die Qualität der Leistungen zu erhöhen. Auch bei den Sportanlagen werden zusätzliche Stellen geschaffen, um dem deutlich gestiegenen Publikumsaufkommen und den betrieblichen Anforderungen Rechnung zu tragen.
Langfristige Herausforderungen bleiben bestehen
Die Finanzplanung zeigt, dass die Stadt in den kommenden Jahren vor wichtigen finanzpolitischen Entscheidungen stehen wird. Steigende Investitionen, höhere Abschreibungen, mögliche Veränderungen bei kantonalen Finanzierungsregelungen sowie der geplante Wegfall der Liegenschaftensteuer ab 2029 werden die Handlungsspielräume zunehmend beeinflussen. Gleichzeitig wächst der Bedarf an Investitionen in Infrastruktur, Mobilität und öffentliche Dienstleistungen.
Für das Budgetjahr 2027 sieht der Stadtrat die Stadt jedoch auf einem soliden Kurs. Das Budget verbindet die notwendige finanzielle Zurückhaltung mit gezielten Investitionen in die Zukunft und schafft die Voraussetzungen dafür, dass Frauenfeld auch in den kommenden Jahren ein attraktiver Wohn-, Arbeits- und Wirtschaftsstandort bleibt.
Medienmitteilung Thurplus vom 22. September 2026
Weitere Grossprojekte bei Thurplus
Der Stadtrat legt dem Gemeinderat das Thurplus-Budget 2027 mit einem Gesamtergebnis von 5.9 Millionen Franken vor. Mit Bruttoinvestitionen von rund 16 Millionen Franken stärkt Thurplus die Wärme- und Stromversorgung in Frauenfeld. Gleichzeitig profitieren Kundinnen und Kunden von deutlich tieferen Stromkosten.
Thurplus budgetiert für 2027 betriebliche Erträge von 82.4 Millionen Franken. Das sind 9.1 Millionen Franken beziehungsweise 10 Prozent weniger als im Budget 2026. Die Reduktion des Umsatzes ist im Wesentlichen auf tiefere Gas- und Stromtarife zurückzuführen. Da den tieferen Verkaufspreisen jedoch auch tiefere Beschaffungskosten gegenüberstehen, reduziert sich gleichzeitig der Aufwand. Die Tarifsenkung wirkt sich deshalb sowohl auf der Ertrags- als auch auf der Kostenseite aus und belastet das Ergebnis nur unwesentlich.
Die geplanten Bruttoinvestitionen steigen gegenüber dem Vorjahresbudget von 14.8 auf 15.9 Millionen Franken. Ein Schwerpunkt bleibt der Fernwärmeausbau. Im Westen von Frauenfeld soll das SBB-Gleistrassee gequert und damit das Gebiet rund um die Wannenfeldstrasse erschlossen werden. Für das Netz der Fernwärme ARA ist eine Druckerhöhungsstation vorgesehen. In der Altstadt konzentrieren sich die Arbeiten auf den Abschnitt von der Energiezentrale über die Zürcherstrasse bis zum Beginn der Altstadt. Ein weiterer Investitionsschwerpunkt ist die Leistungserhöhung des Unterwerks Ost beim Geisschopf. Thurplus erweitert damit vorausschauend die Kapazität eines der beiden Haupteinspeisepunkte und reagiert auf den steigenden Strombedarf.
Auch mit den erneut sinkenden Energiepreisen im Strombereich gelingt es Thurplus, ein stabiles Ergebnis zu budgetieren. Der Selbstfinanzierungsgrad steigt im Vergleich zum Vorjahresbudget leicht auf 39 Prozent. Zusätzliches Fremdkapital ist nicht erforderlich.
Die geplante Gewinnabgabe an die Stadt beträgt 0.35 Millionen Franken. Die Abgaben an die Stadtkasse über die Netznutzungsentgelte steigen erneut auf rund 2.1 Millionen Franken.
Mit dem Budget 2027 investiert Thurplus gezielt in eine sichere und zukunftsfähige Energieversorgung. Die geplanten Projekte schaffen die Voraussetzungen, um den steigenden Strombedarf zu decken und das Fernwärmeangebot in Frauenfeld bedarfsgerecht auszubauen.
Medienmitteilung des Alterszentrums Park
Budget 2027: Finanzielle Stabilisierung schreitet voran, weiterhin ohne Tariferhöhungen
Das Alterszentrum Park (AZP) budgetiert für das Jahr 2027 einen Ertragsüberschuss von 52'950 Franken. Nach Abschluss der wesentlichen Reorganisationsarbeiten befindet sich das AZP auf dem Weg in einen stabilisierten Regelbetrieb. Trotz steigender Anforderungen in der Pflege sowie notwendiger Investitionen in die Infrastruktur kann auf Tariferhöhungen bei Pension und Betreuung weiterhin verzichtet werden.
Die in den Jahren 2025 und 2026 umgesetzten organisatorischen Anpassungen zeigen zunehmend Wirkung. Führungsstrukturen wurden gestärkt, Prozesse vereinheitlicht und betriebliche Abläufe optimiert. Das Budget 2027 basiert auf vorsichtigen Annahmen zur Belegung, Kostenentwicklung und zum Personalbestand und verfolgt das Ziel, die finanzielle Stabilisierung weiter voranzutreiben.
Gleichzeitig bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Die Pflegeintensität der Bewohnerinnen und Bewohner nimmt weiter zu, qualifiziertes Fachpersonal bleibt knapp und die Anforderungen an Qualität, Infrastruktur und Digitalisierung steigen kontinuierlich.
Höherer Pflegebedarf führt zu mehr Personalaufwand
Der Personalaufwand steigt im Budget 2027 auf rund 17,9 Mio. Franken und bleibt damit der grösste Aufwandposten. Ursache dafür ist insbesondere die zunehmende Pflegeintensität der Bewohnenden. Viele Personen treten heute später oder nach einem Spitalaufenthalt ins Pflegeheim ein und benötigen entsprechend mehr Pflegeleistungen.
Das AZP setzt weiterhin auf stabile Personalstrukturen, gezielte Rekrutierung und die Ausbildung eigener Fachkräfte. Wie bereits in den Vorjahren wird auf den Einsatz von Temporärpersonal weitgehend verzichtet. Zusätzlich werden Mittel für Aus- und Weiterbildungen bereitgestellt, um die langfristige Fachkräftesicherung zu unterstützen.
Weniger Projektkosten, gezielte Investitionen
Der Sachaufwand reduziert sich gegenüber dem Vorjahresbudget deutlich. Dies ist vor allem auf den Wegfall verschiedener Strategie-, Organisations- und Beratungsprojekte zurückzuführen, die im Rahmen der Reorganisation erforderlich waren. Gleichzeitig bleibt der Aufwand für den Unterhalt der Infrastruktur erhöht, um bestehende Unterhaltsrückstände schrittweise abzubauen.
Für das Jahr 2027 sind Investitionen von insgesamt 1,45 Mio. Franken vorgesehen. Schwerpunkte bilden Ersatz- und Erneuerungsinvestitionen in Gebäude, technische Anlagen, Kücheneinrichtungen, Mobiliar sowie die Sicherheitsinfrastruktur. Damit wird die langfristige Betriebs- und Versorgungssicherheit sichergestellt.
Hohe Nachfrage und steigende Pflegeerlöse
Die Gesamterträge steigen gegenüber dem Budget 2026 auf 23,7 Mio. Franken. Wesentliche Gründe dafür sind höhere Pflegeerlöse sowie höhere Beiträge aus der Restfinanzierung von Kanton und Gemeinden. Die Ertragsentwicklung widerspiegelt die zunehmende Pflegeintensität der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der konstant sehr hohen Auslastung.
Die Nachfrage nach stationären Pflegeplätzen bleibt hoch. Für die Alterswohnungen in der Parksiedlung Talacker wird weiterhin mit einer hohen Auslastung gerechnet. Das Restaurant und der Mahlzeitendienst leisten ebenfalls weiterhin einen wichtigen Beitrag zum Betriebsertrag.
Beim Tageszentrum Talbach wird aufgrund der aktuell gesunkenen Auslastung vorsichtiger budgetiert.
Die kantonalen Normkosten 2027 waren bei der Budgeterstellung noch nicht bekannt; deshalb wird mit unveränderten Ansätzen gegenüber dem Vorjahr gerechnet.
Tarife bleiben unverändert
Für das Jahr 2027 sind keine Anpassungen der Pensionstaxen und Betreuungstarife vorgesehen. Das AZP setzt damit seinen eingeschlagenen Konsolidierungskurs fort und legt den Fokus weiterhin auf Qualität, Verlässlichkeit und eine nachhaltige finanzielle Entwicklung.
Ergebnis und Kennzahlen
Bei einem Gesamtertrag von 23'705'200 Franken und einem Gesamtaufwand von 23'652'250 Franken resultiert ein Ertragsüberschuss von 52'950 Franken. Die Selbstfinanzierung beträgt 1'257'950 Franken. Den geplanten Investitionen von 1'450'000 Franken steht damit eine hohe Eigenfinanzierung gegenüber; nur ein kleiner Teil muss fremdfinanziert werden.
Das Budget 2027 zeigt, dass die eingeleiteten Reorganisations- und Optimierungsmassnahmen Wirkung entfalten. Trotz steigender Anforderungen gelingt es, den Betrieb nahezu ausgeglichen zu führen und gleichzeitig wichtige Investitionen in Personal, Infrastruktur und Qualität sicherzustellen. Das Alterszentrum Park verfügt damit über eine solide Grundlage für eine langfristig stabile Entwicklung.